Zahn-Wiki

Willkommen in unserem Zahn-Wiki! Hier erfahren Sie vieles über Begriffe und Themen rund um die Gesundheit von Mund und Zähnen. Wenn Fragen offen bleiben, stehen wir Ihnen natürlich immer gern persönlich zur Verfügung!

Abformung

Eine Abformung ist ein Arbeitsschritt auf dem Weg zu einem Duplikat eines Teils des Kiefers. Durch Abformen oder einen Abguss wird ein Negativduplikat erstellt, in das wiederum eine Masse eingebracht wird/das ausgegossen wird. Das so entstandene Modell dient dazu, Zahnersatz zu planen oder prothetische Maßnahmen durchzuführen.
Das geeignete Material für eine Abformung sollte seine Form im Prozess des Abformens und danach möglichst wenig verändern. Heute werden überwiegend thermoplastische und duroplastische Materialien sowie erstarrende Flüssigkeiten verwendet. Oft wird das Abformmaterial auf einen Abformlöffel gefüllt und dann in den Mund eingebracht.

Adhäsivtechnik

Die Adhäsivtechnik (von lat. adhaerere = „anhaften“) wird vielfältig eingesetzt, um Zahnersatz zu befestigen. Bei dem Zahnersatz kann es sich um Füllungen, Kronen und weiteren Zahnersatz handeln. Die Arbeitsschritte sind wie folgt: Zunächst wird der Zahnschmelz mit einer Säure aufgeraut, um eine bessere Bindung herstellen zu können. Dann wird ein dünnflüssiger Kunststoff aufgetragen, der durch Licht ausgehärtet wird. Dieser Kunststoff geht mit dem finalen Zahnersatz dann eine chemische Bindung ein, so dass die Verbindung hält. Während der Adhäsivtechnik muss der Mund sehr gut trocken gelegt sein.

Amalgamfüllung

Eine Amalgamfüllung ist eine Zahnfüllung aus Quecksilberlegierungen, die seit 1820 in der Zahnmedizin verwendet wird. Amalgam besteht zur Hälfte aus reinem Quecksilber und zur anderen Hälfte aus einer Mischung verschiedener Metalle, wobei die Anteile an Silber, Zinn oder Kupfer darin sehr hoch sind. Heute am häufigsten verwendet wird Silberamalgam. Der Zahnarzt vermischt Quecksilber und Metall mit einer Maschine und hat dann drei bis fünf Minuten Zeit, das Amalgam anzuwenden. Amalgam ist gegenüber Kunststoff im Vorteil, da es länger hält und einfacher zu verarbeiten ist. Schon seit den 1830er Jahren wird über mögliche Gesundheitsschädlichkeit von Amalgam diskutiert, weil der hohe Quecksilbergehalt Bedenken aufwarf. Zuletzt nahm am 10. März 2014 der wissenschaftliche Beratungsausschuss für Gesundheits- und Umweltrisiken der Europäischen Kommission, das Scientific Committee on Health and Environmental Risks (SCHER) Stellung: Die Gesundheits- und Umweltgefährdung durch das in zahnärztlichem Amalgam enthaltene Quecksilber sei vergleichsweise gering, das belegten zahlreiche Expertengutachten.

Antagonist

Der Antagonist („Gegenspieler“) eines Zahnes ist der ihm im Kiefer gegenüberliegende Zahn. So hat ein Zahn des Oberkiefers seinen Antagonisten im Unterkiefer. Es kann auch sein, dass ein Zahn mehrere Antagonisten hat, dann spricht man von Haupt- und Nebenantagonisten.

Artikulation

Der Begriff Artikulation beschreibt die Bewegungen der Zähne des Ober- und Unterkiefers gegeneinander. Ob und wie sich die Zähne gegeneinander bewegen, hängt von der Form der Zähne und des Kiefergelenkes ab. Der Zahnarzt kann die Artikulation mittels abfärbender Folien – so genannter Artikulationsfolien oder Okklusionsfolien – auf den Zähnen abbilden und so noch störende Überstände erkennen und abschleifen.

Backenzähne

Während Schneidezähne die Nahrung zerkleinern, dienen Backenzähne – auch Seitenzähne genannt – dem Zermahlen der Nahrung. Man unterteilt diese Zahngruppe in die vorderen, kleinen Backenzähne – die so genannten Prämolaren – und in die hinteren Backenzähne – die so genannten Molaren.

Bleaching

siehe Zahnaufhellung

Bleachingdiät

Nach dem Bleachen sollten die Zähne feucht gehalten werden, viel Wasser kann getrunken werden. Innerhalb von 24 Stunden nach dem Bleaching sollte eine sogenannte „weiße Diät“ eingehalten werden; Kaffee, Tee, Wein, Zigaretten, Cola, Heidelbeeren, Aroniasaft und ähnliche farbstoffreiche Nahrungsmittel sind möglichst zu vermeiden, denn
die Zähne sind in dieser Zeit sehr empfindlich für neue Verfärbungen. Auch langfristig kann die Einhaltung dieser Bleachingdiät erneuten Verfärbungen vorbeugen. Die Zahnpflege sollte wie gewohnt zwei bis dreimal täglich erfolgen.

Bonusheft

Das Bonusheft wurde von den deutschen Krankenkassen eingeführt, um den Versicherten einen Anreiz zur besseren Mundhygiene zu bieten. Seit der Gesundheitsreform 1989 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nur noch 50% der Kosten des Zahnersatzes. Im Bonusheft dokumentiert wird eine jährliche Kontrolluntersuchung. Wer über mehrere Jahre regelmäßig den Zahnarzt aufsuchte, erhält auch höhere Erstattungen. Für gesetzlich Versicherte mit einem geringen Einkommen gilt eine Härtefallregelung, die eine Mindestversorgung mit Zahnersatz gewährleistet.

Brücke

Eine Brücke ist ein spezieller Zahnersatz, der sich auf anderen Zähnen, Zahnwurzeln oder Implantaten abstützt. Diese so genannten Anker können unterschiedlich gut geeignet sein. In der Regel werden Brücken einzementiert, d.h. sie sind nicht herausnehmbar. Eine Brücke heißt deswegen Brücke, weil mit ihr Lücken im Zahnbild überbrückt werden können, wenn also ein oder mehrere Zähne fehlen. Man unterscheidet zwischen einspannigen und mehrspannigen Brücken, je nachdem, wie viele Zahnlücken von der Brücke geschlossen werden. Der tragende Teil einer Brücke besteht in der Regel aus einer Gold- oder Edelmetall-Legierung, aus ästhetischen Gründen kann der Brückenträger anschließend mit Keramik verblendet werden.

Compomer

Compomere (auch Kompomere) sind relativ neue Füllungswerkstoffe, die mit den Komposit-Werkstoffen verwandt sind. Die zahnfarbenen Compomere werden verwendet, wenn eine zeitlich begrenzte Füllung notwendig erscheint, z.B. beim Milchgebiss.

Dentin

Das Dentin – auch Zahnbein genannt – ist die unter dem Zahnschmelz liegende Substanz. Es bildet einen großen Anteil eines Zahns ein und gibt ihm seine spezifische Form. Das Dentin umschließt den Zahnnerv. Im Gegensatz zum Zahnschmelz kann es sich neu bilden und ist gleichzeitig eines der beständigsten Materialien im Körper, weil es dem Aufbau von Knochen ähnelt. Das gesamte Dentin wird von feinen Dentinkanälchen durchzogen.

Dentinkanälchen

Dentinkanälchen sind winzige Hohlräume, die das Dentin eines Zahnes von außen nach innen durchziehen. In den Dentinkanälchen sind verschiedene Zellen und Fasern zu finden, auch Nervenfasern. Nach außen hin werden die Kanälchen dünner, so dass Schmerzempfindungen gebremst sind. Eine Eröffnung des Dentins kann unangenehm sein, wie z.B. an empfindlichen Zahnhälsen; zudem ist die Gefahr von Infektionen durch Bakterien gegeben.

Dentition

Mit Dentition ist der Durchbruch der Zähne vom Kiefer in die Mundhöhle gemeint. Der Vorgang läuft in Phasen ab, wobei der Mensch zwei Dentitionen durchläuft: zum einen den Durchbruch des Milchgebisses und zum anderen den Durchbruch des Erwachsenengebisses. Die Dentition des Milchgebisses beginnt ungefähr mit dem sechsten Lebensmonat und endet ungefähr mit dem 30. Lebensmonat. Die Dentition des Erwachsenengebisses beginnt ungefähr im sechsten Lebensjahr und endet mit den Weisheitszähnen ungefähr im 30. Lebensjahr.

Doublierung

Durch Doublieren wird eine exakte Kopie eines vorhandenen Gebissabdrucks hergestellt. Benötigt wird diese Kopie beispielsweise zum Anfertigen von Zahnersatz. Weil einige Arbeitsschritte beim Anfertigen von Zahnersatz den originalen Gebissabdruck zerstören würden, weicht der Zahntechniker auf das doublierte Modell aus.

Eckzahn

Der Eckzahn ist der dritte Zahn im Ober- und Unterkiefer, wenn man von der Mitte des Gebisses aus zählt. Man nennt ihn auch Augenzahn oder Hundszahn. Die Bezeichnung Eckzahn hat er erhalten, weil an seiner Stelle der Zahnbogen einen deutlichen Knick macht. In der Entwicklung des Gebisses sind vor dem Eckzahn die anderen Zähne meist schon durchgebrochen, weswegen er gelegentlich gar nicht oder an einer falschen Stelle durchbricht. Eckzähne haben eine Wurzel und sind von kegelförmiger Gestalt; beim Kauen sichern sie die richtige Gegenüberstellung von Ober- und Unterkiefer.

Erosion

Der Begriff Erosion beschreibt in der Zahnmedizin einen Verlust des Zahns an Hartsubstanz – also an Zahnschmelz. Diese Erosion kann bis zur Freilegung des Dentins führen. Verursacht wird die Erosion durch die Einwirkung verschiedener Säuren, beispielsweise saure Getränke, Soft- bzw. Erfrischungsgetränke, Früchte, Essig, Sauermilchprodukte. Die freiliegenden Zähne bzw. das freiliegende Dentin sind schmerzempfindlich. Mildern kann man die Erosion durch die Anregung der Speichelproduktion.

Erweiterung

Von einer Erweiterung spricht man, wenn ein bestehender, herausnehmbarer Zahnersatz umgearbeitet wird. So kann es durch das Ziehen eines Zahnes (Extraktion) dazu kommen, dass die Halterung für eine herausnehmbare Prothese entfällt. Diese muss dann mit einer Erweiterung umgearbeitet werden.

Exkavator

Der Exkavator ist ein Instrument, mit dem der Zahnarzt Karies entfernen kann. Der Exkavator hat an beiden Enden einen kleinen scharfen Löffel – Durchmesser 1-2 Millimeter – zum Herauskratzen des kariösen Gewebes. Die Aufgabe des Exkavators haben mittlerweile weitestgehend Bohrer übernommen, dennoch wird das Instrument in der Kinderzahnheilkunde oder in ärmeren Gebieten ohne Stromanschluss weiter verwendet.

Extraktion

Die Extraktion ist das Herausziehen eines Zahnes ohne Schnitt in das Zahnfleisch. Die Extraktion kann aus verschiedenen Gründen notwendig sein, z.B. wenn der Zahn gelockert ist, von Parodontitis oder Karies befallen ist oder die umliegenden Zähne in ihrer Lage stört. Der Zahnarzt wird bei der Extraktion weniger am Zahn direkt ziehen als ihn vielmehr durch Bewegen und Drehen mit speziellen Zangen lockern. Es können verschiedene Komplikationen auftreten, bspw. kann ein vorgeschädigter Zahn abbrechen. Nach der Extraktion füllt sich die Wunde meist mit Blut und bildet einen natürlichen Blutpfropf, der die Wunde schützt. Bei Entfernung eines Zahns mit Schnitt in das Zahnfleisch spricht man von einer Osteotomie, einer operativen Zahnentfernung.

Fissur

Als Fissur bezeichnet man dünne Furchen auf den Kauflächen der großen und kleinen Backenzähne. Die Erhebungen auf der Zahnoberfläche bezeichnet man als Höcker. Fissuren entstehen während des Zahnwachstums durch unterschiedlich schnelle Entwicklung des Zahnschmelzes. In die Fissuren können – besonders bei mangelhafter Zahnhygiene – Bakterien eindringen, die Karies verursachen. In einem bereits von Karies befallenen Gebiss kann man diesem Prozess durch eine Fissurenversiegelung mit Kompositmaterial begegnen.

Fluoridierung

Fluoridierung ist die Zugabe von Fluor-Verbindungen zu Lebensmitteln wie Wasser oder Kochsalz, aber auch zu Zahnpasta, durch die eine bessere Vorsorge vor Karies erreicht werden soll. Karies kann entstehen, wenn Bakterien den ph-Wert an einer Stelle des Zahnes in den sauren Bereich senken und sich dort in der Folge der Zahnschmelz auflöst. Fluoride können diesen Vorgang einschränken oder stoppen.
In jüngster Zeit wird die Gabe von Flour auch in Fachkreisen angesichts dessen unerwünschter Nebenwirkungen kontrovers diskutiert.

Füllungstherapie

Im Rahmen einer Füllungstherapie versorgt der Zahnarzt kariöse Defekte im einzelnen Zahn durch eine Füllung. Das verwendete Füllmaterial kann plastisch, d.h. verformbar, aber auch starr sein, bspw. bei einem Gold-Inlay. Anstatt der früher als Standard betrachteten Amalgamfüllungen werden heute zunehmend andere Materialien verwendet; Gründe sind kosmetische Vorzüge, bessere Haltbarkeit und die Besorgnis gesundheitsschädlicher Nebenwirkungen des Amalgams.

Gebiss

Als Gebiss bezeichnet man die Gesamtheit aller Zähne eines Individuums. Die Zähne weisen ihren spezifischen Aufgaben entsprechend unterschiedliche Formen und Eigenschaften auf. Das vollständige Gebiss eines erwachsenen Menschen besteht aus acht Schneidezähnen, vier Eckzähnen, acht Prämolaren (kleinen Backenzähnen) und zwölf Molaren (großen Backenzähnen), insgesamt also 32 Zähnen. Menschen haben ein so genanntes ‚Allesfressergebiss’.

Goldhämmerfüllung

Die Goldhämmerfüllung ist eine Technik zur Füllung von Hohlräumen, wie sie bspw. in der Kariestherapie entstehen. Sie ist die haltbarste und zugleich historisch älteste Füllungstechnik in der Zahnmedizin, weil Gold als Edelmetall nicht mit dem Körper reagiert und sich einem sich erweiternden Zahnloch flexibel anpasst. Heute findet die Goldhämmerfüllung aufgrund des zu ihrer Herstellung erforderlichen Zeitaufwandes nur noch wenig Anwendung.

Gruppenprophylaxe

Unter Gruppenprophylaxe versteht man vorsorgliche Bemühungen, die Entstehung von Mund- und Zahnkrankheiten bei Kindern und Jugendlichen zu verhindern. Krankenkassen und Gesundheitsverbände legen Programme, zum Beispiel für Schulkinder (‚Schulzahnarzt’), zur Verbesserung der Mundhygiene auf. Teil der Gruppenprophylaxe sind unter anderem Inspektionen der Mundhöhle und Zähne und, wenn erforderlich, die Überweisung zum Zahnarzt.

Individualprophylaxe

Unter dem Sammelbegriff Individualprophylaxe sind alle Maßnahmen des Zahnarztes zusammengefasst, die dieser zur spezifischen Vorsorge und zur Verhütung von Zahnkrankheiten am einzelnen Patienten vornimmt. Bei Kindern und Jugendlichen wird die Individualprophylaxe besonders gefördert, zum Beispiel durch das Angebot einer Mundgesundheitsaufklärung. Auch für Erwachsene kann die Krankenkasse verschiedene Leistungen vergüten, beispielsweise die Entfernung von Zahnstein (siehe auch: Prophylaxe).

Inlay

Ein Inlay ist eine vom Zahntechniker hergestellte Füllung eines Zahnes, die vom Zahnarzt passgenau eingebracht wird. Im Gegensatz zur plastischen Füllung eines Zahnes, bei der weiches, später aushärtendes Material verwendet wird, ist ein Inlay von vorneherein starr. Ein Goldinlay gilt als Meisterstück eines Zahnarztes; Inlays können aber auch aus Keramik oder Kunststoff (Komposit) gefertigt sein. Dabei muss das zu versorgende Loch bestimmte Merkmale aufweisen. Das Inlay ist zu unterscheiden von einem Onlay (auch die kaukraftübertragenen Höcker sind mit eingebunden), einem Overlay und einer Teilkrone, die dann auch die Seitenwände des Zahnes mit einbezieht. Die begrifflichen Übergänge allerdings sind teilweise fließend.

Kariesrezidiv

Ein Kariesrezidiv ist ein erneuter Ausbruch von Karies an einer bereits behandelten Stelle. Es kann Folge eines ärztlichen Behandlungsfehlers sein. Zu unterscheiden ist es von so genanntem Sekundärkaries, d.h. einer durch die Behandlung neu entstandenen Problemzone für Karies.

Kiefer

Der Kiefer ist der Teil des menschlichen Knochengerüstes, der für die Nahrungsaufnahme zuständig ist und hierfür bezahnt ist. Der Oberkiefer ist unbeweglich, während der Unterkiefer über das Kiefergelenk beweglich aufgehängt ist. Die Zähne im Kiefer sind in den Zahnfächern (Alveolen) verankert.

Klebebrücke

Eine Klebebrücke (auch Adhäsivbrücke oder Marylandbrücke) ist eine Form des Zahnersatzes, bei der eine Brücke – die einen oder zwei Zähne umfassen kann – mittels eines Befestigungskunststoffes an den Nachbarzähnen angeklebt wird. Voraussetzung für den Einsatz einer Klebebrücke ist, dass diese Nachbarzähne keine oder nur sehr geringe Defekte aufweisen, denn die Klebebrücke wird direkt auf den Zahnschmelz der angrenzenden Zähne geklebt. Ältere Klebebrücken wurden aus Keramik und Metall aufgebaut, neuere bestehen nur noch aus Keramik. Ihre Haltbarkeit wird unterschiedlich beurteilt, kann aber als gut angenommen werden.

Komposit

Komposite sind Werkstoffe in der Zahnmedizin, die aus einer Basis und einem Füllstoff bestehen. Landläufig werden Kompositfüllungen auch als Kunststoff-Füllungen bezeichnet. Das Basiselement von Kompositen ist Kunststoff (Methacrylat), den Füllstoff bildet anorganisches Material, zum Beispiel Glas, Keramik oder Quarzteilchen. Komposite werden für Füllungen, Kronen und Wurzelstifte verwendet. Vor der Anwendung wird das betroffene Areal des Zahnes angeätzt, damit eine gute Bindung entstehen kann. Das Komposit wird in mehreren Schichten aufgetragen und mit dem blauen Licht einer Polymerisationslampe ausgehärtet. Durchgeführte Studien lassen für Komposite eine dem Amalgam vergleichbare Haltbarkeit vermuten.

Lokalanästhesie

Lokalanästhesie ist der Fachausdruck für eine örtliche Betäubung. In der Zahnmedizin wird diese Form der Betäubung am häufigsten angewandt. Ziel der je nach zu versorgenden Nerv unterschiedlichen Varianten der Lokalanästhesie ist es, ohne Bewusstlosigkeit des Patienten möglichst alle Schmerzen auszuschalten. Das Lokalanästhetikum (Betäubungsmittel) wird meist mit einer so genannten Karpulenspritze (Zylinderampullenspritze) verabreicht. Lokalanästhetika wirken an der Zellmembran der Nervenzellen. Die Dauer ihrer Wirksamkeit wird über die Dosierung und die neuerdings mögliche Gabe adrenalinhaltiger Gegenmittel (z.B. OraVerse®) gesteuert.

Matrize

Der Begriff Matrize kann sowohl für die Umrandung eines Zahnes mit einem Blech- oder Plastikband, als auch für das Gegenstück einer sogenannten ‚Patrize’ stehen. Das umrandende Blech oder Plastik dient dazu, eine Füllung in einen Zahn mit nicht mehr geschlossenen Seitenwänden einzubringen, ohne dabei benachbarte Zähne zu stören. Eine Matrize und eine Patrize zusammen bilden ein ‚Geschiebe’, das zum Beispiel bei der Befestigung einer Zahnprothese zum Einsatz kommt.

Milchgebiss

Das Milchgebiss ist das zuerst ausgebildete Gebiss des Menschen, das bei Kleinkindern etwa zwischen dem sechsten und 30. Monat durchbricht (Dentition). Der Kiefer eines Babys oder Kleinkinds reicht nicht aus, um den Zähnen des bleibenden Gebisses genug Platz zu bieten, weswegen zunächst ein Milchgebiss entsteht. Das Milchgebiss hat 20, das spätere bleibende Gebiss 32 Zähne. Die Milchzähne verlieren sich etwa ab dem sechsten Lebensjahr, in dem der erste Backenzahn durchbricht. Die zweite Dentition kann bis zum 17. Lebensjahr oder – besonders im Fall der Weisheitszähne – länger dauern.

Molar

Die Molaren sind die Mahlzähne des Gebisses, die großen Backenzähne. Das bleibende Gebiss des Menschen hat zwölf Molaren. Im Alter von etwa sechs Jahren bricht als erster bleibender Zahn der erste Molar durch (zweite Dentition). Es folgt etwas später der zweite Molar. Der dritte Molar bricht meist erst im Erwachsenenalter durch, deswegen wird er auch als Weisheitszahn bezeichnet. Im Oberkiefer haben die Molaren drei oder mehr Wurzeln, im Unterkiefer jeweils zwei Wurzeln.

Mukotom

Das Mukotom ist ein Instrument zur Abtragung von Schleimhaut (Mukosa), um sie an andere Stelle zu transplantieren. Das Transplantat wird benötigt, wenn Zahnersatz implantiert wird oder das Zahnfleisch am Zahn zurückgeht.

Munddusche

Eine Munddusche dient dazu, Speisereste und Plaque aus den Zahnzwischenräumen zu entfernen, kann aber die klassische Zahnbürste nicht ersetzen. Die meisten Zahnärzte raten zugunsten der wirksameren Kombination von Zahnbürste und Zahnseide vom Einsatz einer Munddusche ab.

Mundfäule

Die Mundfäule oder aphthöse Stomatitis (genauer: Gingivostomatitis herpetica) ist eine Erkrankung der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches, die durch den Herpes-Virus ausgelöst wird. Sie tritt meist bei Kindern zwischen zehn Monaten und drei Jahren auf. Zunächst hat der Patient hohes Fieber, das Zahnfleisch schwillt an, die Zungenwärzchen (Papillen) entzünden sich, alles schmerzt, Nahrungsaufnahme ist nur noch schwer möglich. Die Behandlung läuft symptomatisch, d.h. es wird versucht, die Symptome zu lindern. Eine Vorbeugung gegen die Erkrankung gibt es wegen der weiten Verbreitung des Herpes-Virus nicht.

Mundspiegel

Ein Mundspiegel (auch Dentalspiegel) ist ein Instrument, mit dem der Zahnarzt den Mundraum und insbesondere die Zahninnenseiten inspiziert. Die unterschiedlich grossen Spiegel sind abschraubbar auf einem Griff befestigt und können vergrößernd oder verkleinernd abbilden.

Mundtrockenheit

Bei Mundtrockenheit oder Xerostomie findet in der Mundhöhle kein oder nur sehr geringer Speichelfluss statt; der Mundraum bleibt trocken. Die Erscheinung ist eine häufige Nebenwirkung von Arzneimitteln, kann aber auch in anderen Krankheiten begründet sein. Für Betroffene sind Essen, Trinken und Sprechen erschwert, auch Karies kann sich vermehrt bilden, weil der Speichel zum schützenden Biofilm auf den Zähnen beiträgt.

Okklusion

Okklusion bezeichnet jeden Kontakt zwischen Ober- und Unterkiefer durch das Aufeinandertreffen der Zähne. Man unterscheidet verschiedene Typen von Okklusion, je nachdem, ob sich der Kiefer in Bewegung befindet oder nicht, welche Position das Kiefergelenk gerade inne hat und welche Zähne an welchen Stellen aufeinander treffen. Für die Anfertigung von Zahnersatz in einem Dentallabor muss die Okklusion nachgebildet werden. Das geschieht durch einen Abdruck des Gebisses und mit einem Kiefergelenksimulator (Artikulator).

Oralphobie

Die Oralphobie (auch: Dentalphobie) ist als Zahnbehandlungsphobie als psychische Krankheit anerkannt. Die Oralphobie beruht oft auf negativen Erfahrungen und führt dazu, dass die Betroffenen sich lange Zeit nicht in zahnärztliche Behandlung begeben. Gemindert oder gelöst werden kann die Phobie durch besondere Vorkehrungen der Zahnarztpraxis oder durch Psychotherapie.

Parodontitis

Die Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontium), die meistens mit dem Verlust eines Zahnes und/oder der irreversiblen Zerstörung des Zahnhalteapparates einhergeht. Es wird unterschieden zwischen der apikalen Parodontitis (von der Zahnwurzel ausgehend) und der marginalen Parodontitis (vom Zahnfleischsaum ausgehend). Ursache für die marginale Parodontitis ist, ähnlich wie bei der Zahnfleischentzündung (Gingivitis), bakterieller Zahnbelag (Plaque), der einen zähflüssigen Biofilm ausbildet. Das Immunsystem greift in den Prozess ein, aber durch diesen Eingriff werden auch Zahnfleischbluten, Taschenbildung, Zurückgehen des Zahnfleisches bishin zum Lockern der Zähne gefördert. Risikogruppen wie Raucher, Schwangere, Diabetiker oder Menschen mit einer schlechten Mundhygiene unterliegen einem erhöhten Erkrankungsrisiko. Parodontitis verläuft schubweise und meist nicht schmerzhaft. Erst spät beginnen die Zähne, sich zu lockern. Vorbeugen kann man der Parodontitis durch gute Zahnpflege und regelmäßiges Säubern der Zahnzwischenräume. Auch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung hilft.

Polymerisationslampe

Eine Polymerisationslampe erzeugt kaltes Halogen- oder LED-Licht zur Aushärtung von Kompositfüllungen. Füllungen aus Kompositen müssen ausgehärtet (polymerisiert) werden, nachdem sie in den Zahn eingebracht werden.

Polymerisationsschrumpfung

Die Polymerisationsschrumpfung tritt auf, wenn eine Zahnfüllung mit Kunstoffanteilen – etwa Komposite aus Kunststoff und Füllstoffen – ausgehärtet (polymerisiert) wird. Bei modernen Kompositen bewirken u.a. beigemengte Füllstoffe eine nur noch geringe Einschrumpfungsneigung.

Prämolar

Die Prämolaren – auch Vormahlzähne – liegen im Gebiss vor den Molaren (Backenzähnen). Im Unterschied zu den Molaren haben die Prämolaren auch einen Milchzahnvorgänger. Der Mensch hat auf jeder Kieferhälfte zwei Prämolaren, also insgesamt acht solcher Zähne im gesamten Gebiss.

Präparation

Die Präparation bezeichnet das Abtragen harter Zahnsubstanz – also beispielsweise auch das Ausbohren eines Zahnes – um im Anschluss eine Füllung, eine Krone oder eine Brücke einzubringen. Bei Füllungen muss das ausgebohrte Loch je nach Füllmaterial unterschiedlich gestaltet sein; für eine Amalgamfüllung etwa muss das Loch in der Tiefe etwas breiter sein als an der Spitze.

Professionelle Zahnreinigung

Die Professionelle Zahnreinigung ist ein wesentlicher Baustein der zahnmedizinischen Vorsorge vor Krankheiten (Prophylaxe). Bei einer solchen Reinigung werden die Zähne mechanisch gesäubert. In jedem Mund entsteht auf den Zähnen eine Schicht, die Plaque oder Biofilm genannt wird. Die Bakterien dieses Biofilms sondern Substanzen ab, die Karies oder auch Parodontitis fördern können. Auch durch gründliche Reinigung gelingt es oft nicht, alle Zähne wirklich rückstandfrei zu säubern. Bei der im Anstand von drei bis zwölf Monaten erforderlichen professionellen Zahnreinigung werden weiche und mineralisierte Zahnbeläge (Zahnstein) unter Einsatz verschiedener Instrumente entfernt. Anschließend wird die Zahnoberfläche geglättet und der Zahnschmelz mit einem Fluoridlack behandelt. In Deutschland übernehmen die privaten Krankenkassen in der Regel die Kosten für professionelle Zahnreinigungen.

Prophylaxe

Prophylaxe bedeutet in der Zahnmedizin, dass Einzelne oder Gruppen (Gruppenprophylaxe) vorbeugend Maßnahmen ergreifen, welche die Entstehung bzw. Verschlimmerung von Krankheiten der Zähne oder des Zahnhalteapparates verhindern.
Eine dieser Maßnahmen ist die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung. Bei der erstmaligen Kontrolluntersuchung erhebt der Zahnarzt nicht nur den Gesundheitszustand des Gebisses (Zahnstatus), sondern fragt auch nach allgemeinen Erkrankungen, die manchmal Zahnerkrankungen begünstigen können.
Karies und Parodontose haben ihre gemeinsame Ursache in Zahnbelägen (Plaque), wobei die Prophylaxe darauf abzielt, Plaque zu verhindern oder zu entfernen. Die regelmäßige eigene Zahnpflege beginnt dabei mit dem Ausspülen des Mundes nach einer Mahlzeit und der gründlichen Zahnreinigung mit elektrischen oder herkömmlichen Zahnbürsten und Zahnpasta. Verbreitet ist dabei die sogenannte modifizierte Bass-Technik, bei der die Zahnbürste in einem 45 Grad Winkel auf die Zähne angesetzt wird. Die Zahnzwischenräume können mit Zahnseide, Zahnhölzchen oder Interdentalbürsten gereinigt werden. Chemische Lösungen, Gels oder Zahnpasten können die Entstehung von Plaque mindern. Zur Ergänzung der täglichen Zahnpflege sollten im Abstand von drei bis zwölf Monaten professionelle Zahnreinigungen durchgeführt werden.

Prothetik

Prothetik ist in der Zahnmedizin ein Überbegriff für alle Maßnahmen, die im Mund und Kiefer wiederherstellenden Charakter haben (orale Rehabilitation). Fehlen Zähne oder Teile des Kiefers, versucht die Prothetik, künstlichen Ersatz (Prothesen) zu liefern. Prothetik arbeitet fachbereichsübergreifend, so dass zum Beispiel auch psychosoziale Faktoren berücksichtigt werden oder eine längerfristige Betreuung der Patienten gewährleistet ist.

Pulpa

Die Zahnpulpa (oder Zahnmark) reicht im Zahninneren von der Krone bis an die Zahnwurzelspitze. Es füllt die Pulpenhöhle und ist von den Zahnhartsubstanzen umgeben. Die Zellen der Pulpa bilden während der Zahnentwicklung das Dentin und den Zahnschmelz. Die häufigste Erkrankung der Pulpa ist die Entzündung des Zahnmarks (Pulpitis).

Reimplantation

Wenn ein Zahn aus seinem Zahnfach herausgeschlagen wurde, dann kann er innerhalb eines eng bemessenen Zeitfensters vom Zahnarzt wieder eingesetzt (reimplantiert) werden. Die Reimplantation, also das Wieder-Einsetzen des Zahnes in sein Zahnfach (Alveole), sollte binnen einer Stunde erfolgen. Seine Wurzelkanäle werden behandelt; der Zahn muss danach mittels einer Schiene an den Nachbarzähnen befestigt werden.

Rotierende zahnärztliche Instrumente

Dem Zahnarzt stehen für verschiedene Zwecke verschiedene rotierende Instrumente – umgangssprachlich: Bohrer – zur Verfügung. Der gebräuchlichste Bohrer aus Stahl und Hartmetall ist der sogenannte Rosenbohrer, der zum Ausbohren (Exkavieren) kariöser Zahnhartsubstanz verwendet wird. Sogenannte Finierer werden zur Glättung von Oberflächen eingesetzt. Diamantbohrer sind besonders geeignet, den harten Zahnschmelz zu bearbeiten. Keramische Bohrer werden verwendet, um Werkstücke zu bearbeiten, also Prothesen und Zahnersatz. Elastische Polierer dienen dazu, eine Hochglanzpolierung der Zähne herzustellen.

Scaler

Ein Scaler ist ein Handinstrument, mit dem man oberhalb des Zahnfleischsaumes gelegenen Zahnstein (supragingivale Konkremente) oder andere Unebenheiten entfernen kann. Man unterscheidet zwischen Frontzahnscalern und Seitenzahnscalern. Die Spitze des Scalers ist immer scharf. Ein Scaler ist von einer Kürette zu unterscheiden; letztere dient dazu, unterhalb des Zahnfleischsaumes gelegene (subgingivale) Konkremente zu entfernen.

Schneidezähne

Mit den Schneidezähnen wird die Nahrung abgebissen. Sie liegen im vorderen Bereich des Gebisses. Der Mensch hat im Oberkiefer und Unterkiefer jeweils zwei mittlere und zwei seitliche Schneidezähne. Zusammen mit den Eckzähnen bilden die Schneidezähne die sogenannten Frontzähne.

Sekundärkaries

Man spricht von Sekundärkaries, wenn durch eine Behandlung eines Zahnes eine neue Problemstelle entstanden ist, an der sich Karies bildet. Gemeint sind beispielsweise ein undichter Füllungs- oder Kronenrand. Sekundärkaries ist zu unterscheiden vom Kariesrezidiv, bei dem Karies an einer bereits behandelten Stelle erneut auftritt.

Sonde

Sonden gehören zum zahnärztlichen Grundinstrumentarium und dienen der Untersuchung von Zahnhartsubstanz und Zahnfleisch (Gingiva). Je nach Verwendungszweck unterscheidet man verschiedene Sonden. Mit den Sonden für die Zähne kann man bspw. kariös erweichte Stellen finden. Eine Sonde für das Zahnfleisch wird auch Parodontalsonde genannt, mit dem sogenannten Parodontometer wird die Tiefe von Zahnfleischtaschen gemessen. Zu den weiteren Sonden zählt die Miller-Nadel, die zum Auffinden und Sondieren von Wurzelkanälen benutzt wird.

Speicheltest

Mit einem Speicheltest lässt sich nachweisen, wie hoch das Kariesrisiko eines Patienten ist. Karies ist eine Infektionskrankheit, sie entsteht durch Bakterien im Zahnbelag (Plaque) und im Speichel. Es gibt unterschiedliche Testverfahren, bspw. den bakteriellen Speicheltest oder den Milchsäure-Indikator. Ersterer braucht mehrere Tage für ein Ergebnis, letzterer nur einige Minuten. Auch die Speichelfließrate kann untersucht werden. Fließt nicht genug Speichel, ist das Kariesrisiko erhöht.

Stiftkrone

‚Stiftkrone’ ist ein umgangssprachlicher Ausdruck. Wenn ein Zahn mit tiefer Karies einer Wurzelkanalbehandlung unterzogen wird, setzt man zum Erhalt des Zahnes auf den Zahnrest oft einen Stift, der wiederum eine Krone trägt. Heutzutage sind Stift und Krone getrennt, früher gab es beide auch zu einem Teil verbunden – daher der Ausdruck Stiftkrone.

Teilkrone

Eine Teilkrone kommt als schonende Variante zum Einsatz, wenn sich eine Krone als Zahnersatz noch nicht erforderlich ist. Während eine Krone am Zahnhals – also direkt am Zahnfleischsaum – ansetzt, beginnt eine Teilkrone erst am Zahnäquator, also ca. 2-4mm oberhalb des Zahnfleischsaumes. Teilkronen können aus Edelmetalllegierungen oder Keramik bestehen, letztere sind auch aufgrund der ästhetischen Eigenschaften weit verbreitet.

Unterkieferfraktur

Eine Unterkieferfraktur (auch Mandibularfraktur) ist ein Bruch des Unterkiefers. Der Bruch verläuft in der Regel an bekannten Schwachstellen des Unterkiefers, er kann außerhalb oder innerhalb der Zahnreihe auftreten. Der zahntragende Teil des Unterkiefers korrespondiert mit den Zähnen des Oberkiefers (Okklusion). Brüche des Unterkiefers ereignen sich meist durch stumpfe Gewalteinwirkung, sie treten mit 70% aller Gesichtsverletzungen relativ häufig auf. Rein äußerlich ist eine Unterkieferfraktur nicht leicht zu erkennen, mögliche Symptome können ein fehlender Mundschluss oder Schwellungen sein. Erst ein Röntgenbild bringt Klarheit. Therapiert wird eine Unterkieferfraktur, indem versucht wird, die gebrochenen Teile möglichst genau wieder zusammen zu fügen.

Veneer

Ein Veneer ist eine dünne Schale aus Keramik, die mit speziellem Kleber auf der Zahnoberfläche befestigt wird. Veneers werden verwendet, um Zahnlücken, Zahnfarben und Zahnfehlstellungen zu korrigieren. Oft kommen sie im Bereich der Frontzähne zum Einsatz. Vor der Anwendung eines Veneers wird der Zahnschmelz beschliffen. Der Zahntechniker erstellt daraufhin eine Abformung, anhand derer er das Keramikveneer herstellt. Der Zahnarzt klebt nach vorbereitender Reinigung des betreffenden Zahnes das Veneer mithilfe von Komposit-Kleber auf den Zahn auf. Diese Prozedur ist sehr zeitaufwändig, neuere Verfahren beschleunigen sie zunehmend.

Weisheitszahn

Der Weisheitszahn ist der dritte Backenzahn (Molar) im menschlichen Gebiss. Der Mensch bildet insgesamt vier Weisheitszähne aus. Der Name der Weisheitszähne leitet sich von ihrem späten Zahndurchbruch ab, der meist erst im Erwachsenenalter erfolgt. Weisheitszähne haben von ihren Nachbarzähnen verschiedene Höcker und auch anders gestaltete Zahnwurzeln. Oft reicht der Platz im Kiefer nicht aus, so dass die Weisheitszähne gar nicht (Retention) oder nur teilweise durchbrechen. Letzteres kann zu Komplikationen führen und veranlasst den Zahnarzt, den betreffenden Zahn zu entfernen. Die Zähne des Oberkiefers lassen sich leichter extrahieren als die des Unterkiefers. Auf jeden Fall ist eine örtliche Betäubung nötig. Komplikationen sind möglich.

Winkelstück

Ein Winkelstück wird umgangssprachlich auch als Bohrer bezeichnet. Es ist ein im 30 Grad Winkel abgewinkeltes Gerät, in dessen Kopf verschiedene rotierende Instrumente – z.B. Stahlbohrer oder Diamantbohrer – eingesetzt werden können. Es gibt auch Winkelstücke, die andere als rotierende Bewegungen erzeugen können, je nachdem zu welchem Zweck sie verwendet werden. Das Winkelstück wird direkt auf den Mikromotor aufgesteckt und kann – je nach Übersetzung – Umdrehungen bis 200.000 U/min erreichen. Anders arbeitet die die Turbine, die mit Druckluft betrieben wird. Ihr gegenüber hat das Winkelstück bspw. den Vorteil, dass der Drehmoment genau eingestellt werden kann. Zum Ausbohren (Exkavieren) kariösen Dentins wird eine Drehzahl von 1.000 U/min bis 1.500 U/min empfohlen, zum Vorbereiten von Zahnschmelz und Dentin bspw. für eine Krone wird die maximale Drehzahl angeraten. Nach jedem Gebrauch soll das Winkelstück sterilisiert werden.

Wurzelkanalbehandlung

Bei einer Wurzelkanalbehandlung werden die Kanäle der Zahnwurzel (Pulpenhöhlen), die sich im Zahn hin zur Zahnwurzel erstrecken, mit dem Ziel therapiert, den Zahn zu erhalten. Die Pulpa kann dabei gesund (vital) und entzündet, aber auch abgestorben (devital) sein. Entzündungen der Pulpa (Pulpitis) werden durch Bakterien hervorgerufen, deren Eintrittswege unterschiedlich sein können. Ist der Zahn vital, aber die Pulpa geschädigt, wird eine sogenannte Vitalexstirpation durchgeführt, bei der zunächst die Pulpa entfernt wird. Anschließend wird die Kanalwand ausgefeilt und gereinigt. Bei der anschließenden Reinigung werden verschiedene desinfizierende Flüssigkeiten in das Wurzelkanalsystem eingebracht. Ganz ähnlich wird verfahren, wenn die Pulpa bereits devital ist. Ziel der Wurzelkanalbehandlung ist es, einen bakteriendichten und dauerhaften Verschluss des Kanalsystems zu erreichen. Als Füllmaterial bietet sich der biologische Stoff Guttapercha an.

Zahnaufhellung

Die Zahnaufhellung, auch ‚Bleaching’ genannt, kann aus ästhtetischen oder auch aus gesundheitlichen Gründen erwünscht sein, bspw. wenn sich Zähne aufgrund einer Wurzelkanalbehandlung dunkel verfärben. Zahnverfärbungen können auch vom Genuss bestimmter Lebensmittel herrühren. Anders als Zahnbeläge können Zahnverfärbungen nicht mechanisch von außen entfernt werden.

Bevor die Zähne einer Aufhellung unterzogen werden, ist eine professionelle Zahnreinigung angeraten, um eventuelle Beläge zu entfernen. Präparate zur Zahnaufhellung enthalten in der Regel Wasserstoffperoxid, das auf die im Zahn eingelagerten Farbstoffe einwirkt. Es gibt verschiedene Methoden des Bleachings. Bei der ersten Methode fertigt der Zahnarzt eine Zahnschiene an, in die das Peroxid-Gel eingebracht wird und die dann für einige Stunden vom Patienten auf die Zähne aufgesetzt wird. Peroxid-Präparate höherer Konzentration werden bei der zweiten Methode vom Zahnarzt direkt auf den Zahn aufgebracht, wobei das umgebende Zahnfleisch gut geschützt werden muss. Bei der dritten Methode wird der Zahn „von innen“ gebleicht, indem Bleichmittel in bereits behandelte Wurzelkanäle und Ausbohrungen eingebracht wird.

Vorsicht ist angeraten, wenn im aufzuhellenden Gebiss bereits Füllungen und Kronen vorhanden sind, weil deren Farbe sich nach dem Bleichen von der Zahnfarbe unterscheiden kann. Eine Zahnaufhellung kann bis zu mehreren Jahren nachhalten, wobei die Zeitspanne auch vom individuellen Konsumverhalten des Patienten abhängt. Empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist die Einhaltung einer ‚Bleachingdiät’ besonders innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Zahnaufhellung: Die Zähne sollten feucht gehalten werden, eine sogenannte „weiße Diät“ ohne Kaffee, Tee, Wein, Zigaretten, Cola, Heidelbeeren, Aroniasaft und ähnliche farbstoffreiche Nahrungsmittel schützt die in den ersten Stunden für neue Verfärbungen besonders anfälligen Zähne.

Zahnbelag

Zahnbelag (Plaque) ist ein komplexes Gemisch aus Eiweißen, Kohlenhydraten, Phosphaten und Mikroorganismen. Er bildet sich vorwiegend dort, wo keine natürliche oder manuelle Reinigung der Zähne erfolgt. Plaque kann Zahnkaries, Parodontitis und Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) auslösen. Man unterscheidet zwischen hartem (zum Beispiel Zahnstein) und weichem Zahnbelag, zwischen oberhalb des Zahnfleischsaumes (supragingival) gelegenem und unsichtbarem, unterhalb des Zahnfleischsaumes (subgingival) gelegenem Zahnbelag.

Plaque entsteht schrittweise. Zunächst bildet sich auf den Zähnen eine dünne Eiweißschicht. Auf dieser Eiweißschicht siedeln Bakterien und Mikroorganismen, die zusammen einen zähen Biofilm ausbilden. Häufiger Zuckerkonsum begünstigt die Bildung von Plaque und regt den Biofilm an, Säuren zu bilden. Diese greifen den Zahnschmelz an und führen zu Karies. Über einen Zeitraum hinweg nimmt die Plaque Mineralstoffe aus dem Speichel auf und bildet danach Zahnstein aus. Bestimmte Mikroorganismen begünstigen die Entstehung einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder Parodontitis. Der Zahnarzt kann durch einen „Plaquetest“ feststellen, wie gründlich der Patient seine Zähne reinigt und an welchen Stellen noch Plaque anzutreffen ist. Dazu werden verschiedene Färbe- und Lösungsmittel verwendet. Frische Plaque kann durch tägliches, gründliches Zähneputzen entfernt werden, bereits mineralisierte Plaque (Zahnstein) muss der Zahnarzt mit Instrumenten oder Ultraschall entfernen.

Zahnbürste

Eine Zahnbürste ist ein Hilfsmittel zur Reinigung und Pflege der Zähne. Instrumente zur Reinigung der Zähne werden vom Menschen seit ca. 3.000 Jahren verwendet. Die moderne Zahnbürste mit Nylonborsten wurde in den 1950er Jahren erfunden. Heute ist die sogenannte Kurzkopfzahnbürste, die manuell bedient wird, das am meisten verbreitete und auch billigste Modell.

Zahnersatz

Unter Zahnersatz versteht man das Ersetzen natürlicher Zähne durch künstliche. Das entsprechende Fachgebiet in der Zahnheilkunde heißt Prothetik. Bereits die Phönizier und Etrusker kannten Zahnersatz, erschwinglich und brauchbar wurde er aber erst Ende des 19. Jahrhunderts. Man unterscheidet fest sitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz, Total- und Teilprothesen. Kombinierter Zahnersatz besteht aus einem festsitzenden Teil und einem beweglichen Teil.

Beim fest sitzenden Zahnersatz, bspw. einer Brücke, werden benachbarte Zähne genutzt, an denen die Brückenpfeiler befestigt werden. Die schonende Klebebrücke konnte sich in Deutschland nicht durchsetzen. Zahnkronen und Teilkronen zählen auch zu festsitzendem Zahnersatz, ebenso Implantate; ein Zahnwurzelersatz, auf dem ein künstlicher Zahn befestigt werden kann. Auch Veneers zählen zum fest sitzenden Zahnersatz.

Auch beim herausnehmbaren Zahnersatz gibt es verschiedene Varianten. Eine einfache Teilprothese aus Kunststoff ist nur als Übergangslösung geeignet. Eine Modellguss-Teilprothese besteht aus einer Metalllegierung und ist länger haltbar. Eine Schaltprothese schließt eine Zahnlücke, eine Freiendprothese wird nicht durch intakte Zähne begrenzt. Eine Totalprothese kommt in Frage, wenn alle Zähne des Kiefers fehlen. Entgegen landläufiger Vermutung hält eine Oberkieferprothese besser als eine Unterkieferprothese.

Kombinierter Zahnersatz verbindet fest sitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz. So kann bspw. an eine Krone ein herausnehmbarer Zahn angegliedert sein. Alle erwähnten Prothesen bestehen aus Kunststoff, das sich als gutes Material erwiesen hat. Neuerdings wird auch Zirkoniumdioxid als Material verwendet, das mit Keramik verblendet wird.

Zahnfarbe

Die sichtbare Farbe der Zähne entsteht durch ein kompliziertes Wechselspiel verschiedener Faktoren. Der nahezu durchsichtige Zahnschmelz lässt die Farbe des Dentins durchschimmern. Beim Einsetzen eines künstlichen Zahns in das Gebiss bestimmt der Zahnarzt die Zahnfarbe anhand eines Farbmusters. Zur Zeit wird das Thema Zahnfarbe wissenschaftlich intensiv erforscht, um bessere Ergebnisse beim Erstellen von Zahnersatz zu erzielen. Es ist derzeit noch nicht möglich, ein für alle möglichen Lichtverhältnisse gleichen Stand der Zahnfarbe zu erreichen. Äußere Zahnverfärbungen bspw. durch den Genuss von Speisen oder Tabak oder durch Zahnbelag lassen sich leicht entfernen, innere Zahnverfärbungen des Dentins nicht.

Zahnfleisch

Einen Teil der Mundschleimhaut bildet das Zahnfleisch. Es ist Teil der Haut, die den Alveolarkamm umhüllt und die Zähne umgibt. Die Gingiva dichtet den Zahnhalteapparat gegenüber der Mundhöhle ab. Man unterscheidet zwischen freier und befestigter Gingiva. Die freie Gingiva reicht vom Zahnfleischsaum am Zahn bis etwa zur Schmelz-Zement-Linie des Zahnes. Die befestigte Gingiva schließt sich daran an und geht schließlich in die Mundschleimhaut über. In der Furche zwischen Zahn und Zahnfleisch können sich Vertiefungen bilden, die man Zahnfleischtaschen nennt. Ab einer Taschentiefe von etwa 5mm droht Parodontitis, eine Entzündung des Zahnhalteapparates. Dabei dringen Bakterien in das Zahnfach (Alveole) ein und führen zu einer Lockerung des Zahnes. Es gibt auch sogenannte Pseudotaschen, wenn das Zahnfleisch lediglich anschwillt und sich dadurch eine Tasche ausbildet.

Zahnfleischbluten

Wenn das Zahnfleisch (Gingiva) bei Berührung bspw. durch die Zahnbürste blutet, bedeutet das meist, dass eine Entzündung vorliegt. Das Zahnfleisch ist dann rot und geschwollen; im Normalzustand ist es blass rosa. Die sogenannte Gingivitis (Zahnfleischentzündung) wird meist durch mangelnde Mundhygiene ausgelöst. Es bildet sich Plaque und anschließend Zahnstein. In der Zahnfurche zwischen Zahn und Gingiva siedeln sich verschiedene Bakterien an, deren Folgen bis zu einer Parodontitis reichen können. Zur Therapie der Erkrankung reicht in der Regel eine professionelle Zahnreinigung.

Zahnformel

Mit der Zahnformel kann man die Zähne des Menschen übersichtlich darstellen. Im Regelfall wird die Zahnformel nur für eine Hälfte des Ober- und Unterkiefers ausgearbeitet, weil die Zähne vertikal spiegelverkehrt sind. Das menschliche Gebiss wird in vier Quadranten eingeteilt, die vom ersten Schneidezahn nach hinten durchnummeriert sind. Die Federation Dentaire Internationale legte 1970 das sogenannte FDI-Schema als Standard fest. Es ist bis heute in Europa gebräuchlich.

Zahnfraktur

Unter einer Zahnfraktur versteht man den Bruch, die Spaltung, die Absplitterung oder den Riss eines Zahnes. Ursache ist im Frontzahnbereich meist ein Stoß oder Schlag, im Übrigen kann es auch ein falscher Aufbiss bspw. ein Obstkern oder Stein sein. Je nachdem, welcher Teil des Zahnes betroffen ist, bieten sich verschiedene Therapien an. Ist bspw. nur der Zahnschmelz betroffen, reicht eine Füllung aus. Wenn aber ein Bruch in der Zahnwurzel vorliegt, kann eine Entfernung des Zahnes (Extraktion) erwogen werden.

Zahnhals

Am Zahnhals geht die Zahnkrone in die Zahnwurzel über. Hier endet der Zahnschmelz und geht in den Zahnzement über. Der Zahnzement ist weniger widerstandsfähig als der Zahnschmelz, deswegen ist der Zahnhals sehr berührungs-, wärme- und kälteempfindlich. Wenn sich das Zahnfleisch zurückbildet, stehen die empfindlichen Zahnhälse frei und sind eine Angriffsfläche für Karies. Man sollte auch deshalb beim Zähneputzen nicht zu viel Druck aufbauen.